18. 3. 2026
Es handelt sich tatsächlich um ein Unikat. Die Waldtoilette, die über eine gemauerte Grube verfügte, ist historisch. Ursprünglich gab es in den Kurwäldern mehr als hundert solcher Anlagen, da die Kurgäste nach ihren Anwendungen einen Ort zum Austreten benötigten. Waldspaziergänge mit zahlreichen Pavillons, Aussichtspunkten oder Brunnen waren zudem Teil ihrer Kur, und Waldlatrinen waren somit ein unverzichtbarer Bestandteil dieser Bauwerke.
Da es sich eben um ein einzigartiges Objekt handelt, entschieden die Stadtverwaltung gemeinsam mit der LLPK (Kurwälder und Parks) und Denkmalschützern, die Toilette zu rekonstruieren. Die Arbeiten dauerten mehr als ein halbes Jahr, und das Ergebnis ist eine wieder funktionstüchtige Waldlatrine. „Die von unseren Mitarbeitern durchgeführte Reparatur umfasste die Stabilisierung der gemauerten Grube und die tischlerische Erneuerung der Holzkonstruktionen. Wir glauben, dass es gelingen wird, das Objekt so lange wie möglich in seiner erneuerten Form zu erhalten und dass es von den Besuchern mit Respekt wahrgenommen wird“, so der Direktor der LLPKV, Stanislav Dvořák.
Laut Pavel Reiser, einem ehemaligen langjährigen Mitarbeiter der LLPKV, der sich mit der Geschichte der Karlsbader Wälder befasst, ist die Latrine zwar funktionstüchtig, aber die Menschen können sie praktisch nicht nutzen. Die eigentliche Inbetriebnahme mit allem, was dazu gehört, wird nämlich erst noch geklärt. Technisch gesehen ist dies im Hinblick auf die Entleerung des Inhalts verständlicherweise nicht ganz einfach.
„Der historische Wert dieses Bauwerks liegt vor allem in seiner Authentizität. Es handelt sich um die heute einzige erhaltene Waldtoilette ihrer Art in der therapeutischen Kurlandschaft von Karlsbad, die das tägliche Leben der Kurgäste in der Zeit der sogenannten goldenen Ära der Stadt belegt,“ stellte der Denkmalpfleger des NPÚ in Loket, Lubomír Zeman, fest, der gemeinsam mit seinem Kollegen Karel Hamberger die Reparatur beaufsichtigte, und fügte hinzu: „Der Verlust dieses Objekts würde das endgültige Verschwinden eines materiellen Zeugnisses dafür bedeuten, wie die Kurinfrastruktur zur Zeit der größten Blüte Karlsbads funktionierte.“
Wie die LLPKV auf ihrer Webseite mitteilt, wurden Waldtoiletten seit den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts aus hygienischen Gründen systematisch entfernt; oft blieben nur die gemauerten Gruben zurück. Diejenige am Beethoven-Weg ist somit heute das letzte erhaltene Exemplar ihrer Art. Die Gesamtkosten für die Reparatur beliefen sich auf 112.000 Kronen, wozu die Region Karlsbad mit einem Betrag von 80.000 Kronen beitrug.
Die Stadt Karlsbad investierte somit letztlich nur 32.000 Kronen in die Rekonstruktion. „Die Waldtoilette finden Sie oberhalb des Beethoven-Weges; folgen Sie der gelben Wandermarkierung vom KOME hinauf zum Veitsberg (Vítkova hora). Sie stellt ein materielles Zeugnis der früheren Kurinfrastruktur in der therapeutischen Landschaft dar – vielleicht nicht so malerisch und von überall her sichtbar wie etwa Aussichtstürme oder Aussichtspavillons, aber dafür umso seltener. Einst soll es in den Wäldern angeblich über hundert davon gegeben haben, verteilt in regelmäßigen Abständen, die etwa zwanzig Gehminuten entsprachen“, ergänzte Stadtsprecher Jan Kopál.
Autor: Jana Kopecká Quelle: https://karlovarsky.denik.cz/zpravy_region/lazenske-lesy-oprava-lesni-t…